Gemeinsam nach Mariazell

„Der Weg hat ein Ziel“

gemeinsam unterwegs nach Mariazell

7. Wallfahrt nach Mariazell!

Mi. 19. Juni – Sa. 22. Juni 2013

Mariazell

Wegstrecke: Semriach – Straßegg

Übernachtung

Straßegg – Veitsch

Übernachtung

Veitsch – Niederalpl

Übernachtung

Andacht beim Wallfahrerkreuz auf dem Niederalpl und Weiterfahrt mit Bus nach Mariazell

 (15 Uhr Hl. Messe in der Basilika)

Leitung:

DGKP Köllner Werner, Innere Medizin, Intensivstation

Christian Kronheim, Sekretär Krankenhausseelsorge

Anmeldung bis 15.05.2013 in der Pfarrkanzlei

(Direktionsgebäude, 2.Stock, Auenbruggerplatz 1/5) möglich!

Tel: 385/12392

pfarre@klinikum-graz.at

Nähere Informationen nach erfolgter Anmeldung!

der “Tag von Masan” – ein Kooperationsprojekt

Seit 40 Jahren verbindet die Diözesen Graz-Seckau in der Steiermark und Masan in Südkorea eine Diözesenpartnerschaft und Freundschaft.

Alljährlich wird Mitte Juni, an einem Sonntag, in allen steirischen Pfarren der „Tag von Masan“ begangen, an dem unsere Partnerschaft uns den Blick hin auf die Welt-Kirche öffnet. In diesem Zusammenhang wird auch eine Sammlung in den Kirchen durchgeführt, deren Erlös dem Partnerschaftsfonds zufließt.

Warum wird am “Tag von Masan” eine Sammlung durchgeführt?

  • Armut
    Korea hat einen großen wirtschaftlichen Aufschwung hinter sich. Damit verbunden wächst aber auch die Armut unter den Menschen. Die Kirche ist die einzige Anlaufstelle für diese Menschen. Unsere Unterstützung hilft der Partnerdiözese in ihrem Einsatz zur Linderung der Not.
  • Nordkorea
    Schon jetzt hilft die katholische Kirche in Südkorea den Menschen im Norden, die unter dem herrschenden Regime sehr leiden. Es gibt einen Fonds, der besonders die Hungerskatastrophen zu lindern sucht.
  • Vertiefung

Um die Katholiken in ihrem Glauben zu festigen und sie für den Einsatz in der Gesellschaft auszubilden, hat unsere Partnerdiözese um finanzielle Hilfe für den Bau eines Bildungshauses gebeten, den sie nur sehr schwer aus eigenen Mitteln durchführen kann.

  • Partnerschaft
    Die Diözesanpartnerschaft wird seit Beginn von Menschen getragen, die ihre Zeit und ihre Ideen dafür einsetzen und dadurch unser “Fenster zur Weltkirche” offen halten.

2006 war eine Caritasdelegation aus Masan zur Fortbildung in Graz eingeladen. Die Delegation war auch in der Steirischen Entwicklungspolitischen Mediathek im Welthaus Graz zu Gast.

Seit vielen Jahren sind auch meist zwei Priesteramtskandidaten aus Masan im Priesterseminar in Graz zu Gast – die Finanzierung erfolgt durch Welthaus. Welthaus unterstützt die Partnerschaft, in dem es unter anderem sekretarielle und organisatorische Aufgaben übernimmt.

Welthaus Diözese Graz-Seckau

 

Die Arche des Lebens – ein persönliches Glaubensbekenntnis

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich bin nun nicht der große Lyriker, aber ich habe für Pfingsten ein paar Worte geschrieben –  eigentlich ist es mehr ein Glaubensbekenntnis, eine Theologie über den dreieinen Gott.

Wer den Vater sucht, die Arche des Lebens,
der findet im Nichts den Ursprung des Webens.
Wer staunend ermisst den Glanz von Kosmos und Wahrheit,
dem enthüllt sich des Schöpfers zeitlose Allheit.
 
Wer verloren den Sohn sucht, durch den alles Dunkle gebunden,
der ist doch längst schon vom guten Hirten gefunden.
Wer sich erkennt im Du, im Antlitz des Nächsten,
der findet sich wieder in der Liebe des Höchsten.
 
Wer den Geist sucht, die Liebe von Vater und Sohn,
zu dem spricht selbst im Tosen der leiseste Ton.
Wer in der Stille hört die Sage des Ortes,
dem wird das Schweigen zur Quelle des Wortes.

Ich wünsche allen ein schönes Pfingsten!
Pfarrer Bernd Oberndorfer

Pfingst-Rose
Foto: Petra Pfaffenbichler / cc

Pfarrausflug nach Eisenstadt

Eisenstadt

(Schloss Esterhazy, Haydnkirche)

Samstag, 21. September 2013

Haydnkirche

Abfahrt: Samstag, 21. September 2013, 7.30 Uhr LKH Parkgarage Stiftingtalstraße

Gemeinsam fahren wir mit dem Bus nach Eisenstadt. Wir besichtigen im Rahmen einer Führung das Schloss Esterhazy und feiern den Gottesdienst in der Haydnkirche. Nach dem Mittagessen lassen wir den Tag im Umland von Eisenstadt gemütlich ausklingen.

Ankunft in Graz: ca. 19:30 Uhr

Anmeldung: Pfarramt zum Hl. Erlöser im LKH – Universitätsklinikum Graz, Auenbruggerplatz 1, Telefon (0316)-385 DW 12392 pfarre@klinikum-graz.at

Auferstanden von den Toten?

 

Die Frage nach der Auferstehung Jesu stellt die Schlüsselfrage des christlichen Glaubens dar. Auch wenn dies dem durchschnittlichen Christen kaum noch bewusst ist – mit der Antwort auf diese Frage steht und fällt das Christentum. Ohne die „Behauptung“ dieser Glaubenstatsache wären Urgemeinde und Kirche nicht entstanden. Alle späteren Schriften und Quellen, die schließlich auch zum Neuen Testament wurden, setzen diesen österlichen Auferstehungsglauben voraus, sind im Licht von Ostern geschrieben. Paulus hat es in präziser Schärfe auf den Punkt gebracht: „Ist Christus nicht auferweckt worden, so ist unsere Predigt leer und euer Glaube sinnlos“! (1 Kor 15,14.17b)  Dann sind Christen auch nur „wie die übrigen, die keine Hoffnung haben“, ja „bemitleidenswerter als alle anderen Menschen“. Denn dann würden sie ihr Leben auf einer Illusion aufbauen.

Dem steht die Tatsache gegenüber, dass ein großer Teil der Christen kaum etwas mit der Auferstehung anfangen kann, sie bestenfalls als ein Symbol der Hoffnung gegen alle Hoffnung ansehen oder dass eben Christus ideell aufersteht, wenn wir seine Lehre der Nächstenliebe praktizieren. Und viele geben mit Niklas Luhmann der Kirche den Rat, endlich in der Moderne anzukommen und anzuerkennen, dass die Fakten der Welt das Letzte sind, die es ohne „happy end“, ohne Auferstehung und ewiges Leben zu bewältigen gilt. „Eine christliche Theologie müsste auf den Zusatzmythos der Auferstehung verzichten können und das Warum auf Golgatha ohne Antwort stehen lassen.“

Auferstehung also ein Vertröstungsmanöver? Wenn die Fakten der Welt das Letzte sind, welche historischen oder psychologischen Fakten könnte man dann für die historische Evidenz einer Auferstehung Jesu anführen? Im Wesentlichen zwei: Die überraschende Wende im Verhalten der Jünger und das völlig einmütige Bekenntnis vom gekreuzigten Jesus als Auferstandenen.

Machen wir uns zunächst klar, wie verheerend sich der öffentliche und schändliche Kreuzigungstod Jesu auf seine Anhänger ausgewirkt haben muss. Die Wucht der Ereignisse – plötzliche Festnahme, blitzartiger Prozess und Hinrichtung – hat sie offensichtlich völlig unvorbereitet getroffen. Das Aus aller Hoffnungen und Träume. Wenn Jesus, der beansprucht hatte, dass sein Kommen und Gottes Kommen sich decken, dass sein Handeln und Predigen sich mit dem Willen Gottes decken, in letzter Gottesverlassenheit stirbt, musste dann nicht seine ganze Botschaft, sein Anspruch, sein Leben ein einziger Irrtum gewesen sein? War Gott eben doch nicht auf seiner Seite? Ihr Verhalten ist das menschlich gesehen einzig logische: Sie fliehen. Vom Abendmahl weg bis zur Kreuzigung wird Jesus immer einsamer und verlassener: Jünger schlafen am Ölberg, fliehen, Petrus verleugnet, nach dem Zeugnis des Markusevangeliums stirbt Jesus allein am Kreuz – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“. Nicht einmal für die hochwichtige Pietätspflicht der Bestattung sind die Jünger da, andere müssen sie übernehmen.

Und dann geschieht völlig Unerwartetes: Kurze Zeit nach der Hinrichtung Jesu kehren die geflüchteten und untergetauchten Jünger plötzlich und überraschend wieder in Jerusalem auf. Im für sie lebensgefährlichen Jerusalem versammeln sie sich zur Urgemeinde mit der Hauptbotschaft vom gekreuzigten Jesus als Auferstandenen. Wie lässt sich historisch diese plötzliche Wende im Jüngerverhalten deuten? „Es muss also etwas eingetreten sein, was binnen kurzem nicht nur einen völligen Umschlag ihrer Stimmung hervorrief, sondern sie auch zu neuer Aktivität befähigte. Dieses ‚Etwas’ ist der historische Kern des Osterglaubens.“ (Dibelius)

Was immer diese radikale Änderung im Jüngerverhalten ausgelöst hat, die Jünger (Frauen waren die ersten Zeuginnen!) bringen diese ganz außergewöhnliche und unerwartete Erfahrung von Anfang an und einmütig auf die Glaubensformel: Christus ist auferweckt worden. Gerade die unterschiedlichen Erzählungen und Bilder, mit der man später versuchte, dieses österliche Geschehen niederzuschreiben, sind ein Beleg, wie sehr sie mit dieser neuen Gotteserfahrung gerungen haben. Ganz eindeutig war es nicht die Wiederbelebung eines Toten (wie bei den alten jüdischen Totenerweckungen oder bei der Lazarusgeschichte), sondern die Erfahrung von Christus als Lebenden. Eine Erfahrung, für die ihre bisherigen Vorstellungen von Leben oder vom Handeln Gottes nicht ausreichten. Für diese Erfahrung gab es auch in ihrer jüdischen Umwelt keine wirkliche Parallele und Erwartung. Die nachösterlichen Erzählungen vom leeren Grab und den Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus sind Versuche, dieses unbegreifliche Ereignis durch bildhafte Glaubenszeugnisse weiter zu geben.

Natürlich sind diese historischen und psychologischen Indizien kein „Beweis“ für die Auferstehung. Dieser Beweis ist nicht zu führen, weil dieses Ereignis die Kontingenz geschichtlicher Zusammenhänge sprengt, weil es unsere unmittelbaren Welterfahrungen übersteigt. Gott ist mitten in unserem Leben – jenseitig, hat es Bonhoeffer prägnant formuliert. Und die Fakten der Welt sind eben das Vorletzte. Carl Zuckmayer legt literarisch einem Schüler die Frage in den Mund, ob es mit dem Tod nicht wie mit einer Geburt stehe. Vor der Geburt ist man völlig von der Mutter umgeben und lebt ganz von ihr, sieht sie aber nicht. Die Geburt sei wie ein Schock, aber erst danach könne man seine Mutter erkennen. So sind wir auch im Leben ganz von Gott umgeben und leben ganz durch ihn, aber erkennen werden wir ihn erst nach dem Schock des Todes.

Bernd Oberndorfer

Literaturtipp: Hans Kessler, Sucht den Lebenden nicht bei den Toten. Die Auferstehung Jesu Christi. Patmos Verlag.

Mathias Grünewald, Isenheimer Altar

 

 

Aus den Fugen

Krise

Eine Krise erfahren wir, wenn in unserem Leben etwas aus den Fugen gerät, wenn wir uns mit einer Situation konfrontiert sehen, die unsere bisherigen Erfahrungen und Fähigkeiten, damit umzugehen, überfordert. Unsere Strategien greifen nicht mehr. Lähmende Traurigkeit macht sich breit, das Gewohnte und vertraute ist uns genommen, aber das Neue und Mögliche taucht in unserem Zukunfsthorizont noch nicht auf. Ein „Wohin“ und „Wofür“ lässt sich nicht erkennen. Depression macht sich breit, das leben ist fade und geschmacklos. Nichts lohnt sich. Die eigene Identität wird in Frage gestellt, das Fundament, auf das wir unser Leben gebaut, erscheint fragwürdig oder bricht ganz weg. Unsicherheit, Trauer und Orientierungslosigkeit lassen das Leben versickern. Auslöser gibt es viele, oft sind es schwere Verlusterfahrungen und tiefe Enttäuschungen.

Krisenverhalten

So gesehen, ist unsere Kirche in einer tiefen Krise. Und das nicht erst seit den beschämenden und verstörenden Missbrauchsfällen. Schon länger wird um die Identität des Priesters gerungen, bringen pausenlos produzierte neue Seelsorgekonzepte kein klares „Wohin“ unserer Arbeit, schwindet das Vertrauen und das Glaubensleben, kämpfen viele gegen die innere Resignation. Und wie reagieren wir auf diese lang andauernde Krise, wie sollen wir reagieren?

Das Verhalten der Menschen nach dem furchtbaren Kreuzigungstod Jesu sind hier ebenso lehr- wie trostreich: Die Jünger und besonders Thomas schließen sich ab – Türen verschließen, sich abschotten, niemanden mehr an sich heranlassen. Das ist verständlich und darf für eine gewisse Zeit auch sein. Wenn meine Welt aus den Fugen gerät, alles haltlos wird, dann halte ich es nicht mehr aus, dass noch mehr auf mich eindringt. Das wäre eine Kirche der „kleinen Herde“, die sich von der Welt und ihren vielen Verunsicherungen abschließt. Aber sie wäre dann nicht mehr Kirche, wenn sie sich mit sich selbst begnügt statt Sauerteig zu sein und die Menschen spüren zu lassen, dass Gottes Reich sich unaufhörlich durchsetzt.

Oder denken wir an das Verhalten der Emmausjünger, die aus Jerusalem, dem Ort ihres Traumas fliehen. Distanz zu gewinnen, ist durchaus eine legitime Strategie. Zeit und Raum, also Abstand zu einer Belastung zu gewinnen, kann sehr hilfreich sein. Aber man kann nicht immer davonrennen, man muss sich den Problemen auch einmal stellen, sonst bleibt man wie die Emmausjünger irgendwo traurig stehen. Auch in der Kirche flüchten wir manchmal, wollen uns den Problemen nicht stellen, weichen vor traumatisierenden Erfahrungen aus. Manches Fehlverhalten mag damit erklärbar sein. Aber es entschuldigt nicht und löst vor allem nichts.

Eine dritte Strategie zeigt sich bei Petrus, der zu den anderen Jüngern sagt: Ich gehe fischen. Und die anderen gehen auch mit. Petrus will dort anknüpfen, wo ihn einst Jesus weggeholt hatte, beim Fischfang. Eine häufige Strategie in Krisen ist der Versuch, in die Normalität des Alltags zurück zu kehren, im Bewährten und Vertrauten Halt zu finden. Auch in der Kirche ist dieses Verhalten oft zu finden. Vielleicht einfach noch mehr arbeiten, noch mehr planen, organisieren und investieren. Wie ging es Petrus und seinen Brüdern? „Doch in dieser Nacht fingen sie nichts“, berichtet das Evangelium. Manchmal habe ich auch in unserer Kirche den Eindruck, dass trotz erhöhtem Organisieren, Veranstalten, Planen die Netze der Seelsorge leer bleiben.

Rückzug in die kleine Herde, Flucht oder erhöhte Betriebsamkeit können nicht die letzte Antwort sein. Was dann?

In der tiefsten Krise Begegnung mit dem Auferstandenen

Die ungemein ermutigende Botschaft der nachösterlichen Begegnungen mit Jesus ist, dass sie mitten in der höchsten Not und Verzweiflung geschehen: Den Jüngern, die sich aus Furcht eingeschlossen hatten, begegnet Jesus buchstäblich durch die verschlossenen Türen und er holt selbst den Thomas aus seiner Isolation heraus. Den flüchtenden Emmausjüngern gesellt er sich zur Seite, er öffnet ihnen den Blick, sodass sie die Katastrophe der Kreuzigung mit neuen Augen sehen können, er bringt ihre Herzen wieder zum Brennen. Die Jünger redet er so liebevoll an, dass sie sich eingestehen können, aus eigenen Kräften nichts gefangen zu haben. Und dann ermutigt er sie, die Netze neu auszuwerfen.

Auf Christus schauen

Es löst vordergründig nicht die anstehenden Probleme und bietet kein direkt umsetzbares Konzept, aber es ist für mich die grundlegende Botschaft des kommenden Osterfestes: Auf Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen schauen. Dann wird auch aus dieser Krise Neues wachsen, wird Lähmung und Resignation durchbrochen, wird unser Herz neu brennen.

 

“O Herr, gib jedem seinen eignen Tod”

Gerade Ostern gibt uns den Mut, auch über das Schwere zu reden. Mit dem Osterereignis ist der Tod überwunden. Und damit lichtet sich vielleicht auch sein dunkler Anweg: das Sterben.

„O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not.“ Diese Gedichtszeilen notierte Rainer Maria Rilke in seinem Stundenbuch. Diese Bitte ist vielleicht das wichtigste Postulat in einer Gesellschaft, die Berührungsangst vor dem Tod hat, die antwortlos  vor der „Sinnlosigkeit“, dem „Unsinn des Todes“ steht.

„…gib jedem seinen eignen Tod.“ Dieses Postulat wehrt sich gegen alle Tendenz, das Sterben und den Tod aus der Öffentlichkeit zu verbannen, den Umgang mit den Sterbenden an die Fachleute zu delegieren. Diese Bitte mahnt vor Rilkes Prophetie eines fabrikmäßigen Sterbens im Krankenhaus: massenhaft, routiniert, kalt und seelenlos, unbegleitet zwischen Apparaturen hängend. Wir sind herausgefordert, uns so um unsere Sterbenden zu kümmern, dass der Sterbende selber sein letztes Stück Leben bestimmen kann. Dass er nicht gleichsam gestorben wird. Dass er weder den Tod der Ärzte noch der Angehörigen stirbt, sondern seinen eigenen. Ihn vielmehr zu unterstützen, damit sein Wille die Dramaturgie seines Sterbens bestimmt. Im modernen medizinischen Umfeld wurden dafür das Wort und die Praxis der „Palliative Care“ geprägt. Pallium, das ist der lateinische Name für Mantel. Not und Schmerz, Angst und Fragen des Sterbenden werden nicht beseitigt, aber ummantelt. Der Mensch wird darin unterstützt, sein Sterben in Würde und Charakter zu durchleben, geschützt durch Intimität, aber nicht abgeschoben. Das Sterben eines Menschen ist so einzigartig wie seine ganze Biographie. Die Vielfalt von Wertvorstellungen und Lebensentwürfe, in denen Patchwork-Abschnitte dominieren, fordern die Begleitenden wie nie zuvor. Das Begleiten zum Tod ist zur unabweisbaren Aufgabe im Krankenhaus geworden.

„…gib jedem seinen eignen Tod.“ Diese Bitte erinnert aber auch jeden von uns, das eigene Sterben als letzte Aufgabe im Leben zu begreifen. Sie ist Herausforderung an den Sterbenden selbst. Rilke schreibt: „Denn dieses macht das Sterben fremd und schwer, dass es nicht unser Tod ist; einer der uns endlich nimmt, nur weil wir keinen reifen.“ Wenn der Tod nicht aus unserem eigenen Leben heraus reift, dann wird uns ein fremder Tod nehmen, dann wird das Sterben entfremdet und schwer. Sterbeprozesse – wenn man sie nicht eingeengt auf die „terminale Phase“ versteht – sind zeitlich oft gedehnte Räume des Überganges und Reifens. Für mich auch heiliger Boden, den man als Begleiter und Freund betritt.

In diesem Übergang finden oft unsichtbar und kaum merklich letzte Reifungen statt, nochmalige Identitätsfindung, tiefgreifende Abschiede, wichtige Bereinigungen und Versöhnungen. Manche Menschen finden ringend vom Lebens-Nein zum Lebens-Ja, von der lebenslangen Angst zu Vertrauen. Manche sind gerade jetzt so ganz weich und beziehungsfähig; das Zusammensein hat eine nie gekannte und erlebte Tiefe. Manche Menschen sind erst jetzt in ihrer „Essenz“, ihrer Eigentlichkeit angekommen, in dem, was sie nicht selbst sich zuschreiben, sondern in dem, was sie im tiefsten Wesen ausmacht. Vieles darf auch unerledigt bleiben. Aber das Unerledigte und Gescheiterte verliert seine Bitterkeit. Die Zeit der Gegensätze und Kämpfe ist durchgestanden, persönliche Wegleistungen sind anerkannt, Gefühl von Würdigung entsteht.  Dann kann man auch das zurück lassen, weitergehen. Die letzte Wandlung bricht an: Raum und Zeit verlieren an Bedeutung, selbst die Menschen, die einen festhalten wollen; die Präsenz im eigenen Körper, die ein Leben lang aufgebaute Identität im Ich wird losgelassen und gewandelt, weit, gütig, licht: der Tod, der eigene.

„gib jedem seinen eignen Tod.“ Drittens ist diese Bitte ein dringlicher Appell, Sterbende nicht allein zu lassen. Niemand sollte vereinsamt sterben. Ein Sterben, zu dem man reif wird, ein Tod, der der eigene ist, braucht die Anwesenheit anderer. „Nur in der praktischen Solidarität mit denen, die einzig ‚kompetent’ sind: in der Nähe ihrer Schreie, Leiden und Schmerzen lässt sich der Tod ‚bewältigen’ und die Auferstehung glauben.“ (Tiemo Rainer Peters) Gegen die Einsamkeit des Sterbens können wir einander im Leben die Liebe bezeugen, die den anderen begleitet bis an den Rand des Dunkels heran. Manchmal haben mich Sterbende in einem Austausch über die Hoffnung des Himmels mit großen prüfenden Augen angeschaut: „Glaubst Du das wirklich?!“ Als Mitmensch, als Mitchrist habe ich, wenn sich solche heiligen Begegnungsräume eröffnen, die Aufgabe, begleitend mit dem Sterbenden zu beten, für ihn Hoffnung zu bezeugen und auch seine Angst, Klage, seinen Protest auszuhalten.

Viele Menschen sind hier verunsichert. Was erwartet mich? Was soll ich sagen? Halte ich das aus, Gerüche, Blicke, Hoffnungslosigkeit, den röchelnden Atem der Agonie? Gewinnt die Angst, dann bleibt der andere allein. Es braucht mein Mit-Sein: den Sterbenden an der Hand nehmen, berühren, mit ihm schweigen und beten, zuhören und erzählen lassen, behutsam fragen, glückliche Stunden in Erinnerung rufen, liebevoll anschauen, wachen…Oft wird das Sterben mit der Geburt verglichen. Ein Neugeborenes, das zur Welt kommt, versteht nicht, hat kein kognitives Bewusstsein, es fühlt einfach Wärme, Geborgenheit, es riecht die Mutter. Am Ende unseres Lebens hören auch die Gedanken auf, der Sterbende löst sich aus seinem kognitiven Bewusstsein, er fühlt aber Wärme, Geborgenheit.

Martin Luther hat das bekannte Lied geschrieben: Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Der Osterglaube lässt uns diesen Satz umdrehen: Mitten wir im Tod sind mit dem Leben umfangen. Mit dieser Hoffnung können wir unsere Sterbenden begleiten, ihnen unsere Liebe bezeugen. Wie der Philosoph Gabriel Marcel festhielt: Lieben heißt zum anderen sagen: Du wirst nicht untergehen!

Pfarrer Bernd Oberndorfer

Eintauchen / Freudvoll und lebensfroh taucht der Ostervogel in das Licht. Usra – die Morgenröte – nimmt ihn auf.
“Ins Leben kommen!”, spricht er – und erwacht.Schichtenpastell / Petra Pfaffenbichler 2012
(cc, Namensnennung, nicht kommerziell, veränderbar, Weitergabe unter gleichen Bedingungen)

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam Kultur erleben – Ausstellung “Seelenwäsche”

SONNTAG , 17. MÄRZ 2013, UM 14.30 UHR

TREFFPUNKT: AM VORPLATZ DER KIRCHE MARIAHILF

MARIAHILFERPLATZ 3, GRAZ

Gemeinsam besuchen wir die Ausstellung “Seelenwäsche” im Kulturzentrum bei den Minoriten.

Was braucht die Seele? Wie sieht sie aus, dass man sie umkleiden könnte? Nicht ihr, sondern zunehmend dem Gehirn schenken wir unseren Glauben. Dieses bestimmt schließlich was wir tun, denken, fühlen. Seelische Verletzungen graben sich tief ein.

Räume der Heilung, Seelenräume. Künstlerinnen und Künstler werfen Fragen auf, beschreiben mystisch und auch ganz real. Widmen sich dem verborgenen Gesicht des Fragilen, dem Kind in uns, dem Körper, der nach einer Seele schreit, sie verloren oder gewonnen zu haben scheint – selbst dort, wo es schmerzt.

Wir begeben uns in sichtbare und fühlbare Seelenwelten, öffnen uns für Ästhetisches, Humorvolles und manchmal befremdend Schönes.

BEGLEITUNG: MAG. PETRA PFAFFENBICHLER

ANMELDUNG BIS 16. MÄRZ 2013 BEI:

Mag. Petra Pfaffenbichler,  Telefon 0664/515 1815, Mail: petra.pfaffenbichler@aon.at

Zum Aschermittwoch

 

Aschermittwoch, 13. Februar 2013

Hl. Messe mit Spendung des Aschenkreuzes, Pfarrkirche LKH

18.30 Uhr

„Beginn der Fastenzeit“

 

 

Der Aschermittwoch markiert im Christentum der Westkirche den Beginn des 40tägigen Fastens und soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus in der Wüste verbracht hat. Die Fastenzeit umfasst 46 Kalendertage, und dauert bis Karsamstag, die sechs fastenfreien Sonntage  sind abzuziehen.

„Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.“ Jona 3,6

Foto: CC Oskar H. Solich